Stressbewältigung

Für die Stressbewältigung ziehe ich gern die Arndt-Schulz-Regel heran. Sie wurde von einem Psychologieprofessor und einem Pharmakologieprofessor der Universität Greifswald etwa um das Jahr 1900 entwickelt und lautet: Unterhalb der Bewusstseinsschwelle reagiert der Organismus nicht sichtbar, im mittleren Bereich reagiert er mit Anpassung, über einem Schwellenwert entsteht Störung oder Krankheit.

Negativer Stress

wird Disstress genannt: Zu starke Reize wirken auf ein Lebewesen störend, hemmend oder zerstörerisch. Im Bereich des Leistungssports arbeiten wir ständig an der oberen Leistungsgrenze und müssen daher auf eine gute Regeneration achten. Lehrer, Verantwortungsträger und Berufe mit häufigen traumatischen Erlebnissen sind viel dem negativen Stress ausgesetzt.

Positiver Stress

wird Eu-Stress genannt: Schwache, aber wahrnehmbare Reize wirken anregend, aufbauend oder heilsam. Deshalb eignen sichbesonders Übungen zur Entspannung in Bewegung wie das Tai Chi & Qi Gong, um Glücksgefühle durch bewältigte Herausforderungen auszulösen.

Im Tai Chi Training

bilden Druck und Zug die Hauptreize, welche unser Gleichgewicht bedrohen. Hier gilt es bei wachsenden Anforderungen einen festen Stand zu behalten oder in allen Partnerübungen die innere Mitte zu bewahren. Starker Lärm macht auf Dauer krank oder schwerhörig. Deshalb bevorzugt man bei Tai Chi – Übungen eine geräuschfreie Umgebung oder sanfte Musik, die beruhigend wirkt. Starkes Sonnenlicht kann das Auge blenden. Ein Minimum an hellem Tageslicht ist nötig, um gegen Depressionen zu schützen. Tai Chi Meister Dietrich Rowek empfehlt, immer wieder kurz in die Sonne zu schauen, um einen positiven Reiz auf die Netzhaut auszulösen. Gerade hier ist die Dosis wichtig und deshalb ist die beste Zeit für die Übung der Sonnenauf- oder Untergang.

Jeder positive Stress, der Eustress, regt unser menschliches Wachstum und Wohlgefühl an. Der Pionier der Stressforschung, Hans Selye, sagte: „Stress ist die Würze des Lebens“. „Eu“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gut“. Dieser positive Reiz bewirkt Aktivität und Veränderung! Positiver Stress tritt zum Beispiel auf, wenn wir:

  • Angeregt oder motiviert werden
  • uns verlieben
  • Musik oder Sportwettkämpfe miterleben
  • Aktiv bei Spiel und Sport über uns hinauswachsen
  • Abenteuer bewältigen

Positiver Stress ist anregend und macht zufrieden. Wir suchen danach! Deshalb ist das Tai Chi Training moderat aufgebaut und setzt vielfältige milde Reize, so dass in der Ruhe keine Langeweile aufkommt.

Der gute Stress steigert unsere:

  • Motivation
  • Aufmerksamkeit / Konzentration
  • Leistungsfähigkeit
  • Glücksgefühle

 

Eustress verwandelt sich in Disstress, wenn sich kein Erfolg einstellt oder wir nicht mehr zur Ruhe kommen. Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und soziale Isolation sind Warnsignale!

Stress bei der Arbeit 

Stressbewältigung beginnt mit der Vorbereitung auf unsere Aktivitäten. In der Hochphase der Arbeit gilt es konzentriert und unabgelenkt ein Ziel zu verfolgen. Unterbrechungen kündigen sich gewöhnlich an, weil wir nicht mehr „bei der Sache bleiben können“. Wir suchen Essen, Kaffee, Zigaretten, einen Toilettenbesuch oder eine Abwechslung. Gewöhnlich wünschen wir oder unsere Arbeitgeber, dass wir unsere Ausdauer beweisen und nicht vom gewünschten Ziel abweichen, besonders bei bezahlter Arbeit. Dabei verlagert die Pause unsere Energie „ins Unbewusste“,  die ungenutzten Areale des Gehirns oder in unser Gedächtnis. Nach einer jeden Unterbrechung müssen wir uns zwar neu eindenken. Das ist nicht nur von Nachteil, sondern wirkt auch erfrischend. Sowohl die Durchblutung als auch unsere Neugier werden durch die Pause angeregt.

Spiegel online zur Pause:

Pausenforscher empfehlen alle 90 Minuten eine Unterbrechung für 10 Minuten!

Tai Chi immunisiert gegen negativen Stress

Durch zu hohe Belastungen bei zu wenig Ruhe wird das Yin aufgebraucht: wie bei einem heiß gelaufenen Motor entsteht ein Mangel an Kühl- und Gleitflüssigkeit. Yin Leere drückt sich in folgenden Symptomen aus: Ruhelosigkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit, hektische Flecken der Rötung im Gesicht, Brennen am Brustbein. Die Körpersprache drückt Unruhe aus:

Nägelkauen, Zungenbewegungen, Zittern, sich kratzen, Beine wippen unaufhörlich

Haltung angespannt, kann nicht ruhig sitzen, sich aber auch nicht zielorientiert bewegen 

Gestik mit fahrigen Handbewegungen.

 

Um Distress gar nicht aufkommen zu lassen, empfehle ich Ihnen die tägliche Tai Chi – Übung von 20 Minuten!